Gluecksfruechte

 

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Deutscher Jugendklub
"Gluecksfruechte"


Interview mit Serena Kniesz
(Nach dem Sommersprachlager-2004)

Vom 9. bis zum 22. August wurde in der Jugendherberge "Katun" ein Sommersprachlager abgehalten. Teilnehmer waren die Mitglieder der Jugendklubs aus Novosibirsk ("Gluecksfruechte","Na Gut!","Quelle", "JuFo", Deutsches Zentrum an der AgrarUni, "Sibirischer Baer"), Novosibirsker Gebiet (Filiale von RDH), Kemerowo und Kemerowsker Gebiet (Dorf Ossinniki - Klub "Jugendwelt") und Tomsk ("Jugendwelt"). Die Organisation uebernahm der Klub "Gluecksfruechte" mit der Unterstuetzung und Finanzierung von der Entwichklungsgesellschaft Novosibirsk, deren Angestellte sich auch um die Bewerbung von Sprachassistenten bemueht haben. Innerhalb von zwei Wochen hatten die Teilnehmer jeden Tag fuenf Stunden Deutschunterricht und dazu am Nachmittag noch Seminare bei einem der sieben Sprachassistenten. Zur Unterhaltung trugen neben so einem anstrengenden Programm Ausfluege und Abendveranstaltungen bei. Darunter war auch die Praesentation der Jugendklubs.
Die Sprachassistenten haben zu Gast bei den Mitgliedern der Klubs "Gluecksfruechte" und "Sibirischer Baer" gewohnt. Als Mitgliederin des Lehrerteams durfte auch ich eine Sprachassistentin bei mir zu Hause aufnehmen. Serena, eine Paedagogikstudentin aus Leipzig, war drei Wochen lang meine Gastschwester. Ein gutmutiger und intelligenter Mensch, wird sie lange bei mir im Gedaechtnis bleiben.

Serena aeussert sich ueber ihre Eindruecke und Erlebnisse auf diesem Lager.

- Serena, erzaehl zuerst mal, was Dich bewogen hat, eben Russland zum Reiseziel zu erwaehlen.

- Ich habe mich per Internet beworben. Die Motivation war bei mir: erstens, was von Russland zu sehen und zu erfahren, und zweitens, eben russische Jugendliche kennenzulernen.

- Ist das ein berufliches Interesse?

- Ich studiere Paedagogik und Ethnologie und fuehre auch selbst Lager und Seminare durch. Fuer die Arbeit der GTZ mit Russlanddeutschen interessiere ich mich auch. Und ich wollte auch mal nach Sibirien!

- Wie kommst Du in Deutschland mit Russlanddeutschen in Beruehrung?

- Ich mache Seminare mit Schulklassen, wo auch viele Russlanddeutsche darunter sind. Es war auch interessant zu sehen, sozusagen, wo sie herkommen.

- Alle Sprachassistenten haben Seminare gemacht. Was war das Thema bei Dir?

- Zuerst hatte ich das Thema „Jugendliche in Deutschland“ vor, doch nach dem ersten Seminar habe ich es aufgegeben, da es die Teilnehmer nicht persoenlich betroffen hat und fuer viele uninteressant war. Dann habe ich in meinen Seminaren zuerst Jugendarbeit in Deutschland, dann Russlanddeutsche behandelt.

 - Und wie war dann die Reaktion der Teilnehmer?

- Im Grossen und Ganzen . Manche haben sich geaeussert, das Thema sei zu politisch. Das Fazit waere: eben Jugendliche interessieren sich zur Zeit fuer keine Ausreise nach Deutschland, fuer einen Aufenthalt dort schon (z.B., Studium oder Praktikum)…

- In Deutschland bist Du als Betreuerin auf Lagern und Klassenfahrten taetig gewesen. Sind Dir hier, auf einem russischen Sommerlager, irgendwelche Besonderheiten aufgefallen?

- Vieles war mir freilich sehr vertraut, ganz unerwartet erschien aber, dass wir von Anfang an auf einmal einander nicht fremd waren und perfekt mitarbeiten konnten. Ich habe gerne im Team gearbeitet. Ich war positiv ueberrascht, dass die Gesamtidee, das Spiel von den Teilnehmern ernst genommen wurde, und dass man sich immer Muehe bei den Abenveranstaltungen gab. Die Teilnehmer waren sehr kreativ.

- Ist es dazu gekommen, dass Deine Stereotype ueber Russland abgebaut wurden?

- Ich habe gedacht, das sei typisch, dass es eine eindeutige Hierarchie gibt, einen einzelnen Chef. Hier ging es doch in Teamsitzungen sehr offen und kreativ zu.

- Hat der Ort, wo das Lager abgehalten worden ist, auch eine Rolle gespielt, etwas dazu beigetragen?

- Es gibt da gute Moeglichkeiten fuer Ausfluege, man kann was mit der Gruppe erleben. Die Leute haben das Gefuehl, dass sie in Urlaub fahren.

- Das Ende des Lagers wurde fuer Praesidentenwahlen und den Tag der Selbstregierung gekennzeichnet.

- Das war wichtig fuer  die Teilnehmer, weil die Leuten da nochmal die Moeglichkeit hatten, sich selbst zu zeigen. Sie haben das gerne gemacht und die Moeglichkeit perfekt ausgenutzt.

- Auf dem Programm stand auch die Praesentation von Jugendklubs. Was haeltst Du jetzt von Jugendarbeit hier in Russland?

- Ich habe den Eindruck bekommen, dass sich die deutschen Jugenklubs hier von eigener Initiative gruenden und organisieren. Ansonsten habe ich nur die Arbeit auf dem Lager mitbekommen. Und sie vermittelte Gruppengefuehl trotz all der Konkurrenz.                          

- Die Organisierung des Lagers hat die Entwicklungsgesellschaft Novosibirsk ermoeglicht, der wir auch das Team von engagiertesten und arbeitsamen Sprachassistenten zu verdanken haben.

- Was fuer mich auch wichtig war: die Leute sind dort sehr positiv und interessiert, sie geben sich Muehe. Und das mit den Gastfamilien hat ganz gut geklappt!Was fuer mich auch wichtig war: die Leute sind dort sehr positiv und interessiert, sie geben sich Muehe. Und das mit den Gastfamilien hat ganz gut geklappt!
 

Wie alle Sprachassistenten hat Serena geaeussert, dass die weitere Entwicklung dieses Projekts allerdings wuenschenswert sei.


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